Weihnachten 2025: Regional einkaufen

dropshipping

Gerade in der Weihnachtszeit 2025 steht der bewusste Einkauf wieder stärker im Fokus. Während Kärntner Betriebe Arbeitsplätze sichern, Lehrlinge ausbilden und Verantwortung für Qualität und Service übernehmen, wächst gleichzeitig der Druck durch internationale Online-Plattformen und problematische Geschäftsmodelle wie sogenanntes exklusives Dropshipping.

Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Kärnten (SWV Kärnten) warnt vor den zunehmenden negativen Auswirkungen dieses Handelsmodells – insbesondere durch Anbieter und Plattformen wie Temu oder Shein, die aktuell auch auf EU-Ebene im Zentrum politischer Diskussionen stehen.

Dropshipping: Professioneller Schein, wenig Verantwortung

Beim exklusiven Dropshipping verkaufen Online-Händler:innen meist extrem günstige Produkte aus Drittländern – häufig direkt aus China – ohne eigene Lagerhaltung, Qualitätskontrolle oder verlässlichen Kundenservice. Trotz professioneller Webshops treten diese Anbieter:innen als scheinbar seriöse Unternehmer:innen auf, entziehen sich aber oft der Verantwortung nach dem Kauf.

Konsument:innen bleiben im Problemfall häufig allein zurück: mangelhafte Ware, lange Lieferzeiten, keine Rückgabemöglichkeit, keine Gewährleistung.

Ein Geschäftsmodell auf Kosten vieler

Dropshipping wird in sozialen Medien oft als einfacher Weg zu schnellem, „passivem“ Einkommen beworben. Die Realität sieht anders aus – und schadet vielen:

  • Kund:innen, die minderwertige oder defekte Produkte erhalten und kaum Rechte durchsetzen können

  • Der stationäre und regionale Handel, der durch Dumpingpreise und unfaire Rahmenbedingungen massiv unter Druck gerät

  • Unwissende Dropshipping-Betreiber:innen, die sich rechtlicher, steuerlicher und haftungsrechtlicher Risiken oft nicht bewusst sind

  • Ehrliche Gewerbetreibende, die korrekt verzollen, Steuern zahlen und alle gesetzlichen Vorgaben einhalten – und dadurch klar benachteiligt werden

Besonders problematisch sind unseriöse Werbemethoden wie angebliche „Lagerabverkäufe“ mit symbolischen Produktpreisen (z. B. 1 Euro) und überhöhten Versandkosten. Solche Praktiken sind irreführend und wettbewerbsrechtlich wie steuerlich höchst bedenklich.

EU reagiert – fairer Wettbewerb muss durchgesetzt werden

Die Europäische Union diskutiert aktuell neue Gebühren, strengere Zoll- und Steuerregeln sowie mehr Verantwortung für große Online-Plattformen wie Temu und Shein. Ziel ist es, unfairen Wettbewerb zu begrenzen, Konsument:innen besser zu schützen und gleiche Spielregeln für alle Marktteilnehmer sicherzustellen.

Der SWV Kärnten begrüßt diese Entwicklungen ausdrücklich – sie sind ein wichtiger Schritt hin zu mehr Steuergerechtigkeit und fairen Marktbedingungen.

Klare Kennzeichnung und Transparenz gefordert

Zusätzlich fordert der SWV Kärnten die Wirtschaftskammer Kärnten auf, sich auf Bundesebene für eine verpflichtende Kennzeichnung von Dropshipping-Angeboten einzusetzen:

  • Klare Kennzeichnung von Dropshipping im Webshop und in der Social-Media-Werbung

  • Deklaration als Kommissionsverkauf mit dem Zusatz „Dropshipping“, damit Konsument:innen bewusst entscheiden können

Unser Appell zu Weihnachten 2025

Wer regional kauft, schenkt mehr als ein Produkt:
Er stärkt Arbeitsplätze, sichert Lehrstellen, fördert Qualität und hält Wertschöpfung in Kärnten.

Fairer Handel braucht klare Regeln – online wie offline.
Dropshipping darf kein Schlupfloch für Steuervermeidung, Konsument:innentäuschung und unlauteren Wettbewerb sein. Der SWV Kärnten setzt sich für starke regionale Betriebe, wirksamen Verbraucherschutz und gleiche Bedingungen für alle Unternehmer:innen ein.

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