Wirtschaft nach Corona

Sowie die Titanic nicht einfach weiterfahren kann, müssen auch wir unsere Schäden erstmal beheben, dann wieder Erfolg haben!

Last, but not least verlagert sich Kooperation sehr deutlich ins Netz, Arbeitsplatzausstattungen werden gekauft, und das jeweils mit Kamera und Mikrofon, sodass Meetings und ganze Sitzungen nun virtuell abgehalten werden können. Das entlastet die Ausgaben und Reisekosten, sowie die Umwelt, dreht aber nochmal kräftig das Stresslevel nach oben: Wir alle können uns nun schneller und einfacher treffen, wir können also schneller arbeiten und Besprochenes umsetzen.
Die Scheue Konsumgüter, aber auch Dienstleistungen zu kaufen, ohne vorher persönlichen Kontakt zum Vertrauensaufbau erlebt zu haben sank deutlich, und weiters profitieren Vermittlungsplattformen, die selbst nichts von diesen vermittelten Ressourcen bereitstellen. Wir wissen, das Airbnb keine Immobilien besitzt, oder Uber keine Taxis. Neueste Erfolgsgeschichte in Zeiten des Lockdowns ist zum Beispiel „OnlyFans“ – eine Plattform die selbst keinen wie auch immer gearteten Content produziert, aber den zur Verfügung gestellten, meist erotischen Content von bereitwilligen Usern vermarktet, und sich dafür eine gute Provision zurückhält.
Es verschieben sich also Marktanteile im Netz, selbst die großen Anbieter von Hardware oder Internetleistungen haben Lieferschwierigkeiten und die Digitalisierung schreitet enorm voran.
Gewinner und Verlierer der Situation zeichnen sich bereits deutlich ab, eine Umverteilung von unten nach oben ist kaum noch zu leugnen. Der Bauriese Strabag schüttete zum Beispiel 92 Millionen Euro an Dividenden aus, schickte aber den Großteil seiner 11.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit [Quelle: kontrast.at]. EPUs legen ihr Gewerbe ruhend, melden sich beim AMS und erledigen Arbeiten aus der vorherigen Selbstständigkeit nun nur mehr nebenbei, viel günstiger – was den Preisdruck für andere Kleinbetriebe nun zusätzlich erhöht.
Eine Umfrage des Kreditschutzverbands 1870 (KSV1870) lieferte als Ergebnis, dass 54% der Befragten von einem stark bereinigten Markt nach Corona ausgehen, der dann nur noch aus den finanzstärksten Unternehmen bestehen wird [Quelle: trendingtopics.at]. Als Profiteure, oder von der Krise nicht betroffen outeten sich nur 6% der befragten Unternehmen.
Angesichts dieser düsteren Untersuchung fällt es schwer frohen Mutes auf eine Zukunft zu blicken, die diese Krise hinter sich gelassen haben wird. Jene die „Krise als Chance verstehen“ propagieren, erweisen sich auf Grund falscher Eingabeparameter fehlgeleitet. Wir haben es tatsächlich mit einer Katastrophe zu tun, wie damals die Titanic, die auf Grund von unsinkbarer Überheblichkeit Eisbergwarnungen ignorierte und sich Stunden später am Grund des Meeres wiederfand.
Es ist schwierig eine realistische Abschätzung zu treffen, allerdings scheint unbestritten, dass Corona die Wirtschaft um Jahre zurückwirft [vgl. auch Reuters: „Krise noch lange nicht ausgestanden“].
Um das Orakel zu bemühen werden wir also eine Wirtschaftslandschaft vorfinden, die sich in folgenden Parametern geändert haben wird:
a) Wirtschaft wird digitaler sein, als sie je zuvor war.
b) Regionalität und Globalisierung werden ein neues Gleichgewicht finden.
c) Das B2C-Geschäft wird auf Grund von hoher Bereitschaft zum Onlinekauf, etlichen neuen Anbietern (u.a. ungebrochener Dropshippingtrend) und zurückgehender Kaufkraft geprägt.
d) Der B2B-Markt wird mit weniger, aber größeren Bestellungen durch nach wie vor liquide oder kreditwürdige Betriebe die Szene für Gründer und Kleinbetriebe schwieriger gestalten.
e) Nicht zuletzt ist aber mit einem Anstieg an Gründungen „aus der Arbeitslosigkeit“ und somit ungebrochenem Anstieg an EPUs zu rechnen.
Es gilt also weniger „Die Krise als Chance zum Change“ zu verstehen, als vielmehr durchzuhalten und dann die Gegebenheiten für das eigene Geschäft richtig zu interpretieren, um eine Aufholjagt zu starten, oder – sofern das noch nicht geschehen ist – gesund zu schrumpfen. Mit einer stabilen Basis, natürlich einigen „Changes“, wird ein nachhaltiges Wachstum wieder zu erreichen sein. Mangels kohärenter Zahlen ist aber eine Abschätzung des Zeitpunkts aus heutiger Sicht nicht zu treffen.

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